Alte Heimat/Schnitt/Neue Heimat

Erinnerungstheater

Videoausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=s0srPAlyQhM&list=UUBPgC0ZA7L_u-pkr99iA0OA&index=1


ZeitzeugInnen besuchten die Aufführung am 7. Mai 2011

Zur Aufführung des Erinnerungstheaters am 7.5.2011 kamen Dorli Neale (Dora Pasch) mit ihren Söhnen und Schwiegertöchtern aus England und Abraham Gafni (Erich Weinreb) mit seiner Frau aus Israel ins Innsbrucker Westbahntheater. Ihre Erinnerungen an die alte Heimat, an Flucht und Vertreibung und das Leben in der neuen Heimat hatten sie im Vorjahr in Interviews geschildert. Ihre Erzählungen brachte die Theatergruppe des Abendgymnasiums unter der Leitung von Irmgard Bibermann auf die Bühne.

Ihnen zur Ehre besuchten auch die Bürgermeisterin von Innsbruck, mehrere Stadt- und Gemeinderäte/innen, Vertreter/innen des Landesschulrats für Tirol und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg die Aufführung. Es war für alle Spieler/innen, Zuschauer/innen und vor allem auch für die beiden Zeitzeugen/innen ein sehr bewegender Abend.
Dorli Neale sagte in ihrer Ansprache nach dem Stück: „I am not usually speechless but this time I really am, and I cant thank you enough for what you (…) have done to bring back memories. The actors were absolutely fantastic. It couldn’t have been easy for them. I want to thank you all from the bottom of my heart.”
Und Abraham Gafni im Gespräch danach: „Es gibt keine Worte, das Stück hätte nicht besser sein können, es erzählt mit einfachen Mitteln in eindrucksvollen Bildern die ganze Geschichte.“

Da alle Aufführungen im Westbahntheater ausverkauft waren und viele Leute keine Karten mehr bekamen, wird es im Herbst 2011 voraussichtlich im November weitere Auftritte der Theatergruppe geben.

Gespräch mit den ZeitzeugInnen
Am Montag, 9.5.2011, kamen die ZeitzeugInnen auf Einladung von Irmi Bibermann (spectACT) und Horst Schreiber (erinnern.at) ans Abendgymnasium Innsbruck, um mit Studierenden und auch zahlreichen Gästen von außerhalb über ihre Erinnerungen an die Alte Heimat und ihre Erfahrungen in der Neuen Heimat zu erzählen.
Ihre Schilderungen von Heimatverlust, Flucht, und dem Aufbau einer neuen Heimat bewegten die Zuhörer/innen. Ein besondere Bedeutung erhielten die Erzählungen auch dadurch, dass sich unter den Zuhörern/innen viele Studierenden mit migrantischem Hintergrund befanden, von denen einige vor ihrer Ankunft in Österreich ähnliche Erfahrungen durchgemacht haben wie die beiden Zeitzeugen/innen. Für viele Migranten/innen stellt sich ja genauso wie für Dorli Neale und Abraham Gafni vor 70 Jahren die Frage, wie gelingt Beheimatung in einem Land mit einer fremden Sprache, Kultur, Religion, oft auch getrennt von der Ursprungsfamilie.


Videoausschnitte aus dem Stück (Christian Kuen, Christine Roner, http://www.zzapp.tv):
Videosequenzen aus dem Stück (Priska Teran, Theater Verband Tirol): http://www.theaterverbandtirol.at/index.php?page=mitglied&id=466

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Zum Stück
Sie waren Kinder oder Jugendliche und mussten wegen ihrer jüdischen Herkunft vor der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik aus Innsbruck fliehen und konnten sich in England bzw. Israel eine neue Heimat aufbauen.
Ihre Erinnerungen an die alte Heimat, an Flucht und Vertreibung und das Leben in der neuen Heimat haben sie in Interviews geschildert.
Die Erzählungen von zwei ZeitzeugInnen bringt die Theatergruppe des Abendgymnasiums Innsbruck nun auf die Bühne.

„Indem wir Erinnerungen wertschätzen, können wir in der
Gegenwart auf den Spuren der Vergangenheit
auf eine aufgeklärte Zukunft hinarbeiten.“

(Pam Schweitzer, Begründerin des Erinnerungstheaters)

SpielerInnen: Kurt Benkovic, Hedwig Dejaco, Monika Feichter, Christof Heinz, Monika Liengitz, Randa Khalil, Sandra Köhle, Sarah Pali, Alexander Primus, Gabriel Röhrich, Siljarosa Schletterer, Norbert Valenta, Roman Wegmann
Regie: Irmgard Bibermann
Bühne, Kostüme: Alexia Engl
Musik: Ensemble INNtro, Leitung: Emir Handžo
Licht, Technik: Didi Scherzer

Projektbeschreibung